Nordbrücken-Sperrung: Radfahrende schützen - Verkehr erleichtern!
Die Sperrung der Bonner Nordbrücke für Lkw über 7,5 Tonnen trifft die Stadt hart. Ab 9. Februar dürfen schwere Lkw nicht mehr rüber. Wie lange diese Regelung gelten wird, ist ungewiss. Umso wichtiger, jetzt die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.

Zwischen 500 und 1000 Lkw könnten künftig täglich zusätzlich durch Bonn rollen. Viele der Ausweichrouten – Kölnstraße, Siegburger Straße, Königswinterer Straße – sind schon heute für Radfahrende gefährlich. Wenn dort künftig noch mehr schwere Fahrzeuge unterwegs sind, wird das Unfallrisiko deutlich steigen. Die Forderung, dass Radspuren weichen müssen, um dem motorisierten Verkehr mehr Platz zu verschaffen, ist nicht zielführend. Wer Radfahrende verdrängt, treibt sie ins Auto – und verschärft damit die Staus, die man eigentlich vermeiden will.
Die marode Brücke ist ein Problem – aber sie legt ein strukturelles Versagen offen: Jahrzehntelang wurde der Autoverkehr und der Neubau von Straßen priorisiert, während sichere Radwege als „nice to have“ galten. Die aktuelle Situation beweist das Gegenteil. Radverkehr ist kein Luxus, sondern ein zentraler Baustein einer funktionierenden Stadtmobilität. Die Strecke parallel zu A565 hätte enormes Potenzial für den Radverkehr: 10 Kilometer, acht Anschlussstellen, perfekte Pendlerrelationen durch Bonn und zwischen dem links- und rechtsrheinischen Teil des Kreises. Deshalb will der ADFC, genauso wie die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis, hier einen möglichst ampel- und kreuzungsfreien Radschnellweg. Allein: die Aussichten darauf sind bescheiden.
Lesen Sie unser ausführliches “Dossier zur Bonner Nordbrücke” im blauen Kasten.